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Zuletzt aktualisiert: 01.12.2025

Aktivrente ab 2026: Was Sie über die neue Regelung wissen müssen

01.12.2025
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Die Aktivrente ab 2026 steht kurz vor der Einführung und verspricht einige Änderungen für Rentner, die länger arbeiten möchten. Diese neue Regelung soll einen Anreiz bieten, über die Regelaltersgrenze hinaus im Berufsleben zu bleiben. Aber was genau bedeutet das für Sie? Hier fassen wir die wichtigsten Punkte zusammen, damit Sie wissen, was auf Sie zukommt.

Inhaltsverzeichnis

Die wichtigsten Punkte vorab:

Die Aktivrente ab 2026: Ein Überblick über die Neuregelung

Person blickt nachdenklich in die Zukunft Die Bundesregierung plant mit der sogenannten Aktivrente eine Neuerung, die ab dem 1. Januar 2026 in Kraft treten soll. Ziel dieser Maßnahme ist es, Anreize für Arbeitnehmer zu schaffen, über die Regelaltersgrenze hinaus erwerbstätig zu bleiben. Dies soll dem wachsenden Fachkräftemangel entgegenwirken und gleichzeitig das Rentensystem entlasten. Der Gesetzentwurf wurde kürzlich vom Kabinett beschlossen, wobei das formale Gesetzgebungsverfahren noch aussteht. Details könnten bis zur Verkündung im Bundesgesetzblatt noch angepasst werden. Die Eckdaten der geplanten Aktivrente umfassen im Wesentlichen:
  • Steuerfreier Hinzuverdienst: Bis zu 2.000 Euro pro Monat (24.000 Euro pro Jahr) sollen steuerfrei bleiben, wenn nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiterhin eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ausgeübt wird.
  • Kein Progressionsvorbehalt: Der steuerfreie Betrag wird nicht auf das übrige zu versteuernde Einkommen angerechnet, sodass der persönliche Steuersatz nicht steigt. Die Entlastung kommt direkt über den Lohnsteuerabzug.
  • Sozialversicherungsbeiträge: Die Regelung betrifft ausschließlich die Einkommensteuer. Reguläre Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sind weiterhin zu zahlen. Auf Arbeitgeberseite kommen zusätzlich Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung hinzu.
Es ist wichtig zu betonen, dass die Aktivrente erst ab Erreichen der Regelaltersgrenze greift. Personen, die vorzeitig eine Altersrente beziehen oder vor diesem Zeitpunkt arbeiten, fallen nicht unter diese Regelung. Die Maßnahme richtet sich explizit an sozialversicherungspflichtig Beschäftigte; Selbstständige, Freiberufler und Beamte sind von dieser Regelung ausgenommen. Eine Evaluation der Maßnahme ist nach zwei Jahren vorgesehen.

Vorteile und Zielgruppen der Aktivrente

Aktive Senioren genießen ihre späten Jahre mit verschiedenen Aktivitäten. Die geplante Aktivrente ab 2026 zielt darauf ab, Anreize für ein längeres Erwerbsleben nach Erreichen der Regelaltersgrenze zu schaffen. Dies soll nicht nur dem Fachkräftemangel entgegenwirken, sondern auch denjenigen, die länger arbeiten möchten, zugutekommen. Doch wer genau kann von dieser Neuregelung profitieren und wer ist ausgeschlossen?

Wer kann die Aktivrente nutzen?

Grundsätzlich richtet sich die Aktivrente an Personen, die das gesetzliche Renteneintrittsalter erreicht haben und sich in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung befinden. Das bedeutet, dass vor allem abhängig Beschäftigte von den geplanten Vorteilen profitieren sollen. Die Kernidee ist, dass der Verdienst aus einer solchen Tätigkeit bis zu einer bestimmten Grenze steuerlich begünstigt wird. Dies soll die Entscheidung, nach Renteneintritt weiterzuarbeiten, finanziell attraktiver machen. Die genauen Eckdaten, wie der monatliche Freibetrag von bis zu 2.000 Euro, sind Teil des Gesetzesentwurfs und sollen direkt im Lohnsteuerabzug berücksichtigt werden. Dies bedeutet, dass die Entlastung sofort spürbar ist und nicht erst über die Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden muss. Für Arbeitnehmer bedeutet dies mehr Netto vom Brutto, was die Motivation steigern kann, länger im Berufsleben zu bleiben. Die Regelung soll ab dem 1. Januar 2026 greifen und wird im Anschluss evaluiert.

Wer ist von der Aktivrente ausgeschlossen?

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Aktivrente nicht für alle Erwerbstätigen im Rentenalter gilt. Von der Neuregelung ausgeschlossen sind insbesondere Selbstständige, Freiberufler sowie Personen, die in der Land- und Forstwirtschaft tätig sind. Ebenso fallen Beamte, die über die Regelaltersgrenze hinaus tätig sind, nicht unter die geplante Steuerbegünstigung. Auch Minijobs sind von der Regelung ausgenommen. Diese Abgrenzung hat bereits zu Diskussionen geführt, da sie eine Ungleichbehandlung verschiedener Erwerbsformen darstellt. Kritiker bemängeln, dass die Aktivrente somit nur einen Teil der Bevölkerung begünstigt und nicht alle Gruppen, die potenziell länger arbeiten könnten oder wollen, gleichermaßen berücksichtigt. Die Begründung für diese Einschränkung liegt oft in der Komplexität der steuerlichen Erfassung bei nicht sozialversicherungspflichtigen Einkünften. Die Pandotax Steuerberatungsgesellschaft kann Sie hierzu beraten, welche Regelungen für Ihre spezifische Situation gelten.

Potenzielle Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Die Aktivrente birgt für beide Seiten potenzielle Vorteile. Für Arbeitnehmer, die sich im oder über dem Rentenalter befinden und weiterhin arbeiten möchten, liegt der Hauptvorteil in der erhöhten Nettobelastung. Der steuerfreie Hinzuverdienst von bis zu 2.000 Euro monatlich kann die finanzielle Attraktivität einer Weiterbeschäftigung erheblich steigern. Dies kann dazu beitragen, die eigene Rente aufzubessern und den Lebensstandard im Alter zu sichern. Für Arbeitgeber ergeben sich ebenfalls Chancen. Angesichts des wachsenden Fachkräftemangels kann die Aktivrente dazu beitrieren, erfahrene Mitarbeiter länger im Unternehmen zu halten. Dies sichert wertvolles Wissen und Know-how im Betrieb und reduziert den Aufwand für die Einarbeitung neuer Kräfte. Zudem können ältere Arbeitnehmer oft flexibler eingesetzt werden und verfügen über eine hohe Arbeitsmoral. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) sieht darin eine positive Maßnahme, die Menschen belohnt, die arbeiten wollen. Die Aktivrente kann somit als ein Instrument betrachtet werden, das dazu beiträgt, die Arbeitskräftelücke zu schließen und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands zu erhalten. Die genauen Auswirkungen auf die Rentenpunkte und zukünftige Rentenhöhe sind ebenfalls zu beachten, wie in den Sozialversicherungsbeiträgen und Rentenansprüchen bei der Aktivrente näher erläutert wird.

Konkrete Auswirkungen der Aktivrente auf Ihr Einkommen

Die Einführung der Aktivrente ab 2026 bringt spürbare finanzielle Veränderungen für Rentnerinnen und Rentner mit sich, die sich entscheiden, über die Regelaltersgrenze hinaus erwerbstätig zu sein. Im Kern zielt die Neuregelung darauf ab, den Zuverdienst attraktiver zu gestalten und somit Anreize für ein längeres Arbeitsleben zu schaffen. Dies geschieht vor allem durch eine deutliche Entlastung bei der Einkommensteuer.

Der steuerfreie Hinzuverdienst: Bis zu 2.000 Euro monatlich

Ein zentraler Punkt der Aktivrente ist die Möglichkeit, einen Teil des Einkommens aus einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung steuerfrei zu beziehen. Konkret bedeutet dies, dass Rentnerinnen und Rentner, die die Regelaltersgrenze erreicht haben, bis zu 2.000 Euro brutto pro Monat zusätzlich verdienen können, ohne dass darauf Einkommensteuer anfällt. Auf das Jahr gerechnet ergibt sich somit ein steuerfreier Betrag von bis zu 24.000 Euro. Diese Regelung soll direkt im Lohnsteuerabzugsverfahren berücksichtigt werden, sodass der höhere Nettobetrag bereits mit der monatlichen Gehaltsabrechnung zur Verfügung steht. Dies ist eine deutliche Verbesserung gegenüber bisherigen Regelungen, bei denen höhere Zuverdienste oft erst über die Einkommensteuererklärung zu einer spürbaren Belastung führten.

Kein Progressionsvorbehalt: Direkte Entlastung im Lohnsteuerabzug

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der die Aktivrente von früheren Regelungen unterscheidet, ist der Verzicht auf den Progressionsvorbehalt. Das bedeutet, dass die steuerfrei bleibenden 2.000 Euro monatlich nicht dazu führen, dass der Steuersatz für das übrige zu versteuernde Einkommen (also die Rente selbst und eventuelle weitere Einkünfte) steigt. Diese direkte Entlastung im Lohnsteuerabzug sorgt dafür, dass die tatsächliche Nettoentlastung unmittelbar spürbar ist und nicht erst im Folgejahr über die Steuererklärung realisiert wird. Dies macht die Entscheidung, länger zu arbeiten, finanziell planbarer und attraktiver. Für detaillierte Informationen zu steuerlichen Freibeträgen und deren Anwendung, insbesondere im Kontext von Behinderungen, könnte die Seite zum Behindertenpauschbetrag hilfreich sein.

Rechenbeispiel: Was bedeutet die Aktivrente im Alltag?

Um die praktische Auswirkung der Aktivrente zu verdeutlichen, betrachten wir ein Beispiel: Eine Rentnerin, die die Regelaltersgrenze erreicht hat und weiterhin einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgeht, verdient monatlich 2.500 Euro brutto. Nach der neuen Regelung bleiben die ersten 2.000 Euro dieses Einkommens steuerfrei. Nur die verbleibenden 500 Euro unterliegen der Einkommensteuer. Ohne die Aktivrente wären bei einem angenommenen durchschnittlichen Steuersatz von 20% auf den gesamten Zuverdienst etwa 500 Euro Steuern (20% von 2.500 Euro) angefallen. Mit der Aktivrente reduziert sich die Steuerlast auf nur noch 100 Euro (20% von 500 Euro). Das bedeutet eine monatliche Nettoersparnis von 400 Euro, die direkt im Geldbeutel bleibt. Diese finanzielle Verbesserung kann einen erheblichen Unterschied machen und die Entscheidung für oder gegen eine Weiterbeschäftigung im Ruhestand positiv beeinflussen.

Sozialversicherungsbeiträge und Rentenansprüche bei der Aktivrente

Die Einführung der Aktivrente ab 2026 bringt einige wichtige Aspekte bezüglich der Sozialversicherungsbeiträge und der Rentenansprüche mit sich, die Rentner und Arbeitgeber kennen sollten. Es ist wichtig zu verstehen, dass die geplante Steuerbefreiung für den Hinzuverdienst primär die Einkommensteuer betrifft. Die Regelungen für die Sozialversicherung bleiben weitgehend unverändert.

Fortzahlung regulärer Sozialversicherungsbeiträge

Wer die Regelaltersgrenze erreicht hat und dank der Aktivrente weiterarbeitet, zahlt weiterhin die üblichen Sozialversicherungsbeiträge. Das bedeutet konkret:
  • Kranken- und Pflegeversicherung: Für den Arbeitnehmer bleiben die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung in voller Höhe bestehen. Diese sind einkommensabhängig und werden vom Bruttogehalt abgezogen.
  • Rentenversicherung: Auch die Beiträge zur Rentenversicherung werden weiterhin vom Bruttogehalt des Arbeitnehmers abgeführt. Dies ist ein wichtiger Punkt, da diese Beiträge Ihre zukünftigen Rentenansprüche beeinflussen.
  • Arbeitslosenversicherung: Ähnlich wie bei der Rentenversicherung werden auch Beiträge zur Arbeitslosenversicherung vom Lohn abgezogen.
Die Arbeitgeberseite trägt ebenfalls ihren Anteil an den Sozialversicherungsbeiträgen. Dazu gehören die regulären Arbeitgeberanteile zur Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Diese Beiträge sind für Unternehmen eine fortlaufende Verpflichtung, auch wenn der Arbeitnehmer bereits das Rentenalter erreicht hat.

Auswirkungen auf die Rentenpunkte und zukünftige Rentenhöhe

Die Fortzahlung der Sozialversicherungsbeiträge, insbesondere der Rentenversicherungsbeiträge, hat positive Auswirkungen auf Ihre Rentenansprüche. Jeder Beitrag, der nach Erreichen der Regelaltersgrenze gezahlt wird, führt zu neuen Rentenpunkten. Diese zusätzlichen Punkte erhöhen Ihre monatliche Rente. Somit lohnt sich das Weiterarbeiten nicht nur durch den steuerfreien Hinzuverdienst, sondern auch durch eine potenziell höhere spätere Rente. Es ist ratsam, die Entwicklung Ihrer Rentenpunkte im Auge zu behalten. Informationen dazu erhalten Sie von Ihrem Rentenversicherungsträger. Die Möglichkeit, durch Weiterarbeit die eigene Altersvorsorge aufzubessern, wird durch die Aktivrente gestärkt, da die Beiträge weiterhin anerkannt werden und nicht durch eine Steuerbelastung auf den Hinzuverdienst geschmälert werden.

Arbeitgeberbeiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung

Für Arbeitgeber bedeutet die Beschäftigung von Rentnern unter den Bedingungen der Aktivrente, dass sie weiterhin ihre regulären Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung leisten müssen. Diese Beiträge sind Teil der Lohnnebenkosten und tragen zur Finanzierung der Sozialsysteme bei. Die Aktivrente soll zwar Anreize für Arbeitnehmer schaffen, ist aber kein Freifahrtschein für Arbeitgeber, was die Abführung von Sozialabgaben angeht. Die genauen Beitragssätze orientieren sich an den jeweils geltenden Beitragsbemessungsgrenzen und Prozentsätzen, die Sie bei Pandotax erfragen können.

Kritik und Herausforderungen der Aktivrente

Die geplante Aktivrente ab 2026 stößt nicht nur auf Zustimmung. Kritiker bemängeln, dass die Regelung zentrale Probleme des Arbeitsmarktes und der Altersvorsorge nicht adressiert, während sie gleichzeitig erhebliche Kosten verursacht und potenzielle Ungleichheiten schafft.

Kritik von Gewerkschaften und Sozialforschern

Gewerkschaften und Sozialforscher äußern Bedenken, dass die Aktivrente die eigentlichen Ursachen für das Nicht-Arbeiten im Alter – wie gesundheitliche Einschränkungen, schlechte Arbeitsbedingungen oder fehlende altersgerechte Arbeitsplätze – unberührt lässt. Anja Piel, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbunds, kritisiert, dass die Regelung eher eine „Mogelpackung“ sei, die ältere Menschen zum Weiterarbeiten dränge, anstatt Altersarmut strukturell zu bekämpfen. Statt pauschaler Steuervorteile für eine begrenzte Gruppe, so die Forderung, seien gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und zur Schaffung altersgerechter Arbeitsplätze notwendig. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) weist zudem auf erhebliche „Mitnahmeeffekte“ hin, bei denen bereits beschäftigte Rentnerinnen und Rentner von der Neuregelung profitieren, ohne dass dies zu einer zusätzlichen Arbeitsaufnahme führt. Es wird befürchtet, dass die Reform primär Gutverdiener begünstigt, während Rentner mit geringen Bezügen, die oft aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können, keinen Vorteil haben.

Diskussion um die Gleichbehandlung von Selbstständigen und Beamten

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Ungleichbehandlung verschiedener Berufsgruppen. Die Aktivrente sieht vor, dass der steuerfreie Hinzuverdienst nur für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gilt. Selbstständige, Freiberufler und Beamte sind von dieser Regelung ausgeschlossen. Dies wirft verfassungsrechtliche Fragen auf. Ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages sieht hier eine mögliche Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes und des Leistungsfähigkeitsprinzips, da die Begünstigung von der Art der Tätigkeit abhängt. Es wird erwartet, dass diese Ungleichbehandlung zu Klagen führen könnte. Zudem wird prognostiziert, dass der Staat die Regelung aus Gründen der Gleichbehandlung möglicherweise auf weitere Gruppen ausdehnen muss, was zu erheblich höheren Kosten führen würde. Die Pandotax Steuerberatungsgesellschaft beobachtet diese Entwicklungen aufmerksam, da sie weitreichende Folgen für die steuerliche Behandlung von Rentnern haben könnte.

Kosten für den Staat und potenzielle Steuerausfälle

Die Aktivrente ist mit erheblichen finanziellen Belastungen für den Staat verbunden. Der Referentenentwurf geht von jährlichen Steuermindereinnahmen in Höhe von rund 890 Millionen Euro für den Zeitraum von 2026 bis 2030 aus. Diese Summe verteilt sich auf Bund, Länder und Kommunen. Das DIW rechnet sogar mit Steuerausfällen von rund 800 Millionen Euro, die durch zusätzliche Arbeitsanreize für etwa 75.000 Rentner ausgeglichen werden könnten. Sollte die Regelung jedoch auf weitere Gruppen wie Selbstständige ausgeweitet werden müssen, könnten die Steuerausfälle deutlich höher ausfallen. Diese fiskalischen Risiken sind ein wesentlicher Diskussionspunkt bei der Bewertung der Neuregelung. Die Debatte um die degressive Abschreibung zeigt, wie flexibel der Gesetzgeber auf wirtschaftliche Herausforderungen reagieren kann, was auch für die Aktivrente relevant sein könnte [edb6].

Ausblick und Bewertung der Aktivrente

Die Einführung der Aktivrente ab 2026 markiert einen bedeutenden Schritt in der deutschen Rentenpolitik. Sie zielt darauf ab, dem wachsenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken und die Finanzierbarkeit unseres Sozialsystems angesichts der demografischen Entwicklung zu sichern. Doch wie wird diese Neuregelung von verschiedenen Seiten bewertet und welche Effekte sind zu erwarten?

Erwartete Effekte auf den Fachkräftemangel

Die Aktivrente soll vor allem dazu beitragen, erfahrene Fachkräfte länger im Erwerbsleben zu halten. Durch den steuerfreien Hinzuverdienst von bis zu 2.000 Euro monatlich nach Erreichen der Regelaltersgrenze wird ein finanzieller Anreiz geschaffen, der bisherige Nachteile des Weiterarbeitens reduziert. Dies könnte dazu beitragen, die Lücken auf dem Arbeitsmarkt zu schließen, insbesondere in Branchen, die stark von erfahrenen Mitarbeitern abhängig sind. Die Hoffnung ist, dass dadurch nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Volkswirtschaft insgesamt profitiert.

Bewertung durch Arbeitsmarktforscher und Arbeitgeberverbände

Arbeitgeberverbände wie die BDA sehen in der Aktivrente ein positives Signal, das Menschen belohnt, die arbeiten wollen. Sie betonen, dass das Fachwissen älterer Arbeitnehmer erhalten bleibt und die Arbeitskräftelücke verringert wird. Arbeitsmarktforscher weisen jedoch auch auf mögliche „Mitnahmeeffekte“ hin, bei denen Personen profitieren, die ohnehin weiterarbeiten würden. Die genaue Wirkung auf die Beschäftigungsquote älterer Arbeitnehmer wird erst die Zeit zeigen und bedarf einer sorgfältigen Beobachtung.

Die Rolle der Aktivrente im Kontext demografischer Herausforderungen

Die Aktivrente ist eine Reaktion auf die tiefgreifenden demografischen Veränderungen in Deutschland. Mit einer alternden Bevölkerung und sinkenden Geburtenraten steht das Umlageverfahren der Rentenversicherung unter Druck. Die Förderung des längeren Arbeitens ist eine von mehreren Maßnahmen, um die Stabilität des Systems zu gewährleisten. Kritiker bemängeln jedoch, dass die Aktivrente die grundlegenden Probleme wie die Arbeitsbedingungen oder die Gesundheit älterer Arbeitnehmer nicht löst und Milliardenkosten verursacht, ohne die Kernprobleme anzugehen. Es bleibt abzuwarten, ob die Aktivrente langfristig die gewünschte Entlastung bringt oder ob weitere Anpassungen notwendig werden. Die Aktivrente ist ein wichtiger Baustein, aber keine alleinige Lösung für die komplexen Herausforderungen des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels. Wie geht es weiter mit der Rente und was bedeutet das für dich? Wir werfen einen Blick in die Zukunft und geben dir eine Einschätzung. Wenn du mehr wissen willst, schau auf unserer Webseite vorbei!

Fazit: Ein Schritt in die richtige Richtung, aber mit Vorbehalten

Die Einführung der Aktivrente ab 2026 markiert einen wichtigen Schritt, um Anreize für ein längeres Arbeitsleben zu schaffen und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Die Möglichkeit, bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuzuverdienen, ist ein klares Plus für viele, die über die Regelaltersgrenze hinaus aktiv bleiben möchten. Dennoch zeigt die Diskussion auch, dass die Regelung nicht alle gleichermaßen erreicht und Kritikpunkte bestehen bleiben. Insbesondere die Ausklammerung von Selbstständigen und die Frage, ob die Maßnahme tatsächlich den Fachkräftemangel entscheidend lindert oder eher gut situierte Rentner begünstigt, werden die Debatte weiter begleiten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Aktivrente in der Praxis bewährt und ob zukünftige Anpassungen notwendig werden, um ihre Ziele umfassender zu erreichen. Wir empfehlen Ihnen, die Entwicklung genau zu beobachten und Ihre persönliche Situation im Hinblick auf die neuen Regelungen zu prüfen.

Häufig gestellte Fragen zur Aktivrente

Wann startet die Aktivrente?

Die neue Regelung soll ab dem 1. Januar 2026 gelten. Bis dahin muss das Gesetz noch durch den Bundestag und den Bundesrat.

Wie viel kann ich mit der Aktivrente extra verdienen?

Sie können bis zu 2.000 Euro im Monat zusätzlich zu Ihrer Rente verdienen, und das bleibt steuerfrei. Das sind im Jahr bis zu 24.000 Euro.

Gilt das für jeden, der Rente bekommt?

Nein, leider nicht für jeden. Die Aktivrente ist nur für Leute gedacht, die nach Erreichen der Regelaltersgrenze eine sozialversicherungspflichtige Arbeit haben. Selbstständige, Beamte oder Leute, die nur einen Minijob haben, können davon nicht profitieren.

Muss ich trotzdem noch Steuern zahlen, wenn ich mehr als 2.000 Euro verdiene?

Ja, für alles, was Sie über die 2.000 Euro hinaus verdienen, zahlen Sie ganz normal Steuern. Aber keine Sorge: Diese 2.000 Euro, die Sie steuerfrei dazuverdienen, machen Ihre restlichen Steuern nicht teurer.

Werden meine Rentenpunkte durch die Aktivrente beeinflusst?

Das ist eine gute Nachricht! Wenn Sie weiterarbeiten, zahlen Sie und Ihr Arbeitgeber weiterhin Beiträge zur Rentenversicherung. Das bedeutet, Sie sammeln weiter Rentenpunkte und Ihre spätere Rente wird dadurch sogar höher.

Was ist der Vorteil für mich, wenn ich weiterarbeite?

Der größte Vorteil ist, dass Sie mehr Geld zur Verfügung haben. Sie bekommen Ihre Rente und zusätzlich bis zu 2.000 Euro netto im Monat aus Ihrer Arbeit, ohne dass davon Steuern abgezogen werden. Außerdem tun Sie etwas für Ihre spätere Rente, weil weiter Beiträge gezahlt werden.

*Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel sind nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert, zusammengetragen und geschrieben. Sie ersetzen jedoch keine Rechts- oder Steuerberatung. Bitte stellen Sie für eine rechtlich bindende Beratung eine Anfrage. Wir übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder mögliche Änderung der Sachlage.

Dirk Wendl, Steuerberater in Köln, lächelt freundlich in die Kamera. Er ist Experte für Ebay Steuern. ausländische Quellensteuer zurückholen und Renten Doppelbesteuerung.

Autor:

Steuerberater: Dirk Wendl

Dirk Wendl ist schon sein gesamtes Berufsleben im Bereich Steuern tätig. Nach einer Ausbildung als Steuerfachangestellter und einer Fortbildung zum Bilanzbuchhalter absolvierte er nach einer weiteren umfangreichen Ausbildung 2006 die Prüfung als Steuerfachwirt und Steuerberater. Seit 2015 ist er geschäftsführender Gesellschafter der Pandotax Steuerberatungsgesellschaft in Köln. Dirk Wendl hat sich seitdem vor allem als Spezialist für Internationales Steuerrecht, E-Commerce und als Digitalisierungsexperte einen deutschlandweit guten Ruf erarbeitet.

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