Wenn Familien sich gegenseitig Geld leihen, um zum Beispiel ein Haus zu bauen, kann das schnell zu einer steuerlichen Falle werden. Oft wird ein solches „internes Darlehen“ dann zur teuren Schenkung, wenn es nicht richtig gestaltet ist. Wir schauen uns an, worauf man achten muss, damit das Familiendarlehen steuerlich anerkannt wird und keine bösen Überraschungen gibt.
Inhaltsverzeichnis
Die wichtigsten Punkte vorab:
- Ein schriftlicher Darlehensvertrag ist unerlässlich, um die Absicht eines Darlehens gegenüber dem Finanzamt zu belegen und eine Schenkung zu vermeiden.
- Die steuerliche Anerkennung von Familiendarlehen hängt von klaren Konditionen ab, wie Zinsen und Rückzahlungsmodalitäten, die marktüblich sein sollten.
- Bei der Immobilienfinanzierung innerhalb der Familie müssen Sicherheiten für Bankkredite und die Eigentumsverhältnisse klar geregelt sein, besonders bei nicht-verwandten Partnern.
- Eine Trennung kann bei unklaren Verhältnissen zu Konflikten bei der Vermögensaufteilung führen; eine frühzeitige Regelung ist ratsam.
- Eine individuelle Rechts- und Steuerberatung ist bei der Gestaltung von Familiendarlehen, insbesondere im Immobilienkontext, dringend zu empfehlen, um Fallstricke zu vermeiden.
Die steuerliche Anerkennung von Familiendarlehen im Immobilienkontext
Grundlagen der steuerlichen Anerkennung von Darlehen
Wenn Familienmitglieder sich gegenseitig Geld leihen, insbesondere für den Immobilienkauf oder -bau, prüft das Finanzamt genau, ob es sich tatsächlich um ein Darlehen handelt oder ob eine verdeckte Schenkung vorliegt. Damit ein Familiendarlehen steuerlich anerkannt wird, muss es klar als solches gestaltet sein. Ein entscheidender Faktor ist die Einhaltung des Fremdvergleichs. Das bedeutet, die Konditionen des Darlehens – wie Zinssatz, Laufzeit und Tilgung – müssen denen entsprechen, die auch eine Bank einem fremden Dritten gewähren würde. Wird dies nicht beachtet, kann das Finanzamt das Darlehen nicht anerkennen, was zu unerwünschten steuerlichen Konsequenzen führen kann.
Abgrenzung zwischen Schenkung und Darlehen
Die Abgrenzung zwischen einem Darlehen unter Angehörigen und einer Schenkung ist oft fließend und birgt Tücken. Ein zinsloses Darlehen oder eines mit einem Zinssatz, der deutlich unter dem marktüblichen liegt, kann schnell als Schenkung gewertet werden. Der Zinsvorteil, den der Darlehensnehmer durch den geringeren Zinssatz oder die Zinsfreiheit erhält, kann dann als Schenkung gelten und der Schenkungsteuer unterliegen. Dies gilt insbesondere, wenn keine klare Rückzahlungsverpflichtung oder keine angemessene Verzinsung vereinbart wurde. Das Bundesfinanzhof (BFH) hat in verschiedenen Urteilen die Kriterien für die Anerkennung von Angehörigendarlehen geschärft. Ohne klare vertragliche Regelungen und eine entsprechende Dokumentation riskiert man, dass das Finanzamt das Darlehen nicht anerkennt und stattdessen eine Schenkung annimmt.
Die Bedeutung einer schriftlichen Darlehensvereinbarung
Um die steuerliche Anerkennung eines Familiendarlehens zu sichern und die Risiken einer Schenkungsteuer zu minimieren, ist eine detaillierte und schriftliche Darlehensvereinbarung unerlässlich. Diese sollte folgende Punkte klar regeln:
- Darlehensbetrag und Verwendungszweck: Klar definieren, wie viel Geld geliehen wird und wofür es bestimmt ist (z.B. Immobilienkauf).
- Zinssatz und Zinszahlung: Festlegung eines marktüblichen Zinssatzes (Fremdvergleich) und der Modalitäten der Zinszahlung.
- Laufzeit und Tilgungsplan: Genaue Angaben zur Rückzahlungsdauer und zur Art der Tilgung (z.B. Annuitätentilgung, Sondertilgungen).
- Sicherheiten: Vereinbarung über etwaige Sicherheiten, die der Darlehensgeber erhält.
- Kündigungsregelungen: Bedingungen, unter denen das Darlehen vorzeitig gekündigt werden kann.
Eine solche Vereinbarung dient nicht nur dem Nachweis gegenüber dem Finanzamt, sondern schafft auch Klarheit und Sicherheit für alle Beteiligten. Sie hilft, spätere Missverständnisse oder Streitigkeiten zu vermeiden, insbesondere im Hinblick auf den Werbungskostenabzug für den Darlehensgeber oder die steuerliche Behandlung von Zinszahlungen. Ohne eine solche saubere Dokumentation besteht die Gefahr, dass das Finanzamt das Darlehen nicht anerkennt und die Vermögenszuwendung als Schenkung einstuft, was zu Nachzahlungen führen kann. Eine professionelle Beratung durch Steuerberater wie Pandotax Steuerberatung ist hierbei sehr empfehlenswert.
Risiken und Fallstricke bei der Immobilienfinanzierung innerhalb der Familie
Wenn es um die Finanzierung einer Immobilie geht, besonders wenn Familienmitglieder involviert sind, lauern einige Stolpersteine. Diese können schnell dazu führen, dass aus einem vermeintlich günstigen Familiendarlehen eine unerwartete Kostenfalle wird.
Die Problematik der Sicherheitenstellung bei Bankkrediten
Bei der Aufnahme eines Kredits für den Hausbau oder -kauf verlangen Banken in der Regel Sicherheiten. Wenn nun ein Teil der Finanzierung durch ein Darlehen von Eltern oder anderen Verwandten abgedeckt wird, kann dies die Möglichkeiten für die Bankkreditvergabe einschränken. Die Bank möchte in der Regel eine erstrangige Sicherheit im Grundbuch. Wenn diese durch ein Familiendarlehen bereits belastet ist oder die Sicherheiten anderweitig gebunden sind, kann es schwierig werden, die notwendige Finanzierung von der Bank zu erhalten. Es ist daher essenziell, die Sicherheitenfrage frühzeitig und klar mit der finanzierenden Bank zu klären.
Risiken bei Grundstücksübereignung an Nicht-Blutsverwandte
Die Übertragung eines Grundstücks innerhalb der Familie, insbesondere an Partner, die nicht durch Blutsverwandtschaft verbunden sind (z.B. Schwiegerkinder oder unverheiratete Partner), kann steuerliche Konsequenzen haben. Schenkungssteuer kann anfallen, wenn die Freibeträge überschritten werden. Diese Freibeträge sind je nach Verwandtschaftsgrad unterschiedlich hoch. Eine sorgfältige Planung ist hier unerlässlich, um unerwartete Steuerzahlungen zu vermeiden. Auch die Frage, wem das auf dem Grundstück errichtete Gebäude gehört, muss klar geregelt sein, um spätere Streitigkeiten zu verhindern.
Konfliktpotenzial bei Trennung und Vermögensaufteilung
Ein häufig unterschätztes Risiko bei Familiendarlehen im Immobilienkontext ist die Situation bei einer Trennung oder Scheidung. Wenn die Immobilie gemeinsam finanziert wurde, aber das Darlehen nur von einem Partner stammt oder das Grundstück nur einem gehört, kann dies zu erheblichen Konflikten führen. Wer hat Anspruch auf was? Wie wird das investierte Kapital aufgeteilt? Ohne klare vertragliche Regelungen, die auch für den Fall einer Trennung Bestand haben, kann die Vermögensauseinandersetzung langwierig und kostspielig werden. Es ist ratsam, solche Szenarien bereits in der Planungsphase zu bedenken und entsprechende Vereinbarungen zu treffen, solange die Parteien noch im Guten auseinandergehen.
Gestaltungsmöglichkeiten für Familiendarlehen im Immobilienbau
Grundlagen der steuerlichen Anerkennung von Darlehen
Wenn Eltern ihren Kindern beim Hausbau finanziell unter die Arme greifen, geschieht dies oft in Form eines Darlehens. Damit dieses Darlehen vom Finanzamt auch als solches anerkannt wird und nicht etwa als steuerpflichtige Schenkung gilt, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Eine klare und schriftliche Darlehensvereinbarung ist hierbei das A und O. Diese sollte alle wesentlichen Konditionen wie Darlehenssumme, Zinssatz, Laufzeit und Tilgungsmodalitäten detailliert festhalten. Ein marktüblicher Zinssatz ist dabei essenziell, um eine Fremd- und Nicht-Fremdvergleichbarkeit zu gewährleisten und die Anerkennung als Darlehen zu sichern. Fehlen diese formalen Kriterien, läuft man Gefahr, dass das Finanzamt die Zuwendung als Schenkung einstuft, was zu unerwarteten steuerlichen Konsequenzen führen kann.
Abgrenzung zwischen Schenkung und Darlehen
Die Unterscheidung zwischen einer Schenkung und einem Darlehen ist im Kontext von Familiendarlehen von zentraler Bedeutung. Während ein Darlehen eine Rückzahlungsverpflichtung beinhaltet, ist eine Schenkung eine unentgeltliche Zuwendung. Im Immobilienbau kann diese Abgrenzung weitreichende Folgen haben. Wenn beispielsweise Eltern ihren Kindern Geld für den Hausbau zur Verfügung stellen, aber keine klare Rückzahlungsvereinbarung getroffen wird, könnte das Finanzamt dies als Schenkung werten. Dies kann insbesondere dann relevant werden, wenn die Freibeträge für Schenkungen überschritten werden. Die Gestaltung von Elterndarlehen erfordert daher eine sorgfältige Prüfung, um die gewünschte steuerliche Behandlung sicherzustellen.
Die Bedeutung einer schriftlichen Darlehensvereinbarung
Eine schriftliche Darlehensvereinbarung ist das Fundament für die steuerliche Anerkennung eines Familiendarlehens. Ohne ein solches Dokument ist es für das Finanzamt schwierig, die tatsächliche Absicht der Parteien zu erkennen. Die Vereinbarung sollte nicht nur die üblichen Parameter eines Kredits enthalten, sondern auch die Ernsthaftigkeit der Rückzahlungsabsicht dokumentieren. Dies schließt die Festlegung eines realistischen Zinssatzes ein, der dem marktüblichen Niveau entspricht. Eine solche klare Regelung schützt sowohl die Darlehensgeber (Eltern) als auch die Darlehensnehmer (Kinder) vor unerwarteten steuerlichen Belastungen und beugt potenziellen Konflikten vor, insbesondere wenn die Beziehung zwischen den Parteien sich ändert.
Gemeinsamer Immobilienerwerb und Darlehensaufnahme
Wenn ein Paar gemeinsam eine Immobilie erwirbt und finanziert, ist es ratsam, dass beide Partner auch als gemeinsame Kreditnehmer auftreten. Dies spiegelt die gemeinsame wirtschaftliche Verantwortung wider und wird von Banken in der Regel bevorzugt. Wenn ein Teil der Finanzierung durch ein Familiendarlehen, beispielsweise ein Elterndarlehen, erfolgt, sollte auch hier die Struktur klar sein. Idealerweise wird das Darlehen gemeinsam aufgenommen oder die Sicherheiten entsprechend aufgeteilt, um spätere Unklarheiten zu vermeiden. Die gemeinsame Eintragung im Grundbuch und als Kreditnehmer bei der Bank schafft Transparenz und Sicherheit für alle Beteiligten.
Die Rolle der Heirat im Kontext von Familiendarlehen
Die Heirat kann im Kontext von Familiendarlehen und Immobilienerwerb eine Rolle spielen, insbesondere wenn es um die Absicherung des Partners geht. Vor der Eheschließung aufgenommene Darlehen oder erworbene Vermögenswerte können im Falle einer Trennung komplexere Auseinandersetzungen nach sich ziehen. Eine Heirat kann die rechtliche Situation vereinfachen, da sie einen gemeinsamen Güterstand begründet. Dennoch ist eine klare vertragliche Regelung, auch im Rahmen einer Ehe, ratsam, um die genauen Vermögensverhältnisse und Rückzahlungsmodalitäten festzuhalten. Die Gestaltung von Elterndarlehen sollte daher immer auch die Familienplanung und den Beziehungsstatus berücksichtigen.
Schenkungssteuerliche Aspekte bei Grundstücksübertragungen
Bei der Übertragung eines Grundstücks von Eltern auf Kinder im Rahmen eines Familiendarlehens sind schenkungssteuerliche Aspekte zu beachten. Zwar können Eltern ihren Kindern Grundstücke unter bestimmten Freibeträgen schenken, ohne dass Schenkungssteuer anfällt. Wird das Grundstück jedoch im Rahmen eines Darlehens übertragen, muss die Struktur klar sein. Wenn die Eltern das Grundstück überschreiben und die Kinder darauf ein Haus bauen, das sie gemeinsam finanzieren, muss die Zuwendung als Darlehen gestaltet sein, um eine Schenkung zu vermeiden. Die genaue Ausgestaltung der Grundstücksübertragung und der Darlehensvereinbarung ist entscheidend, um steuerliche Nachteile zu verhindern. Eine Beratung durch Pandotax ist hier unerlässlich.
Die Notwendigkeit einer individuellen Rechts- und Steuerberatung
Die Komplexität von Familiendarlehen im Immobilienbau erfordert eine professionelle Herangehensweise. Eine individuelle Rechts- und Steuerberatung ist unerlässlich, um Fallstricke zu vermeiden. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Darlehensvereinbarung den steuerlichen Anforderungen genügt und die Interessen aller Beteiligten gewahrt bleiben. Pandotax bietet hier die notwendige Expertise, um Ihre individuelle Situation zu analysieren und die optimale Gestaltung für Ihr Vorhaben zu finden. Dies gilt insbesondere für die Gestaltung von Elterndarlehen, um unerwartete steuerliche Belastungen zu vermeiden.
Absicherung bei möglicher Trennung
Bei der Finanzierung eines gemeinsamen Hauses durch ein Familiendarlehen ist die Absicherung für den Fall einer Trennung von großer Bedeutung. Eine klare vertragliche Regelung, die festlegt, wie mit dem Darlehen und der Immobilie im Trennungsfall umzugehen ist, kann spätere Konflikte vermeiden. Dies kann beispielsweise durch eine Regelung zur Auszahlung des Partners oder zur Teilung des Wertzuwachses erfolgen. Eine solche vorausschauende Planung schützt alle Beteiligten und bewahrt die familiären Beziehungen.
Klärung der Eigentumsverhältnisse am Gebäude
Die Eigentumsverhältnisse am Gebäude sind ein weiterer wichtiger Punkt bei der Nutzung von Familiendarlehen für den Hausbau. Wenn das Grundstück im Besitz der Eltern verbleibt, das Haus aber von den Kindern gebaut und finanziert wird, muss klar geregelt sein, wem das Gebäude gehört. Oftmals wird das Gebäude als wesentlicher Bestandteil des Grundstücks betrachtet. Eine klare vertragliche Vereinbarung, die auch die Rechte an dem Gebäude im Verhältnis zu den Grundstückseigentümern regelt, ist daher ratsam, um spätere Missverständnisse zu vermeiden.
Praktische Überlegungen zur Absicherung von Familiendarlehen
Die Notwendigkeit einer individuellen Rechts- und Steuerberatung
Bei der Finanzierung von Immobilien innerhalb der Familie, insbesondere durch Familiendarlehen, sind die potenziellen Fallstricke zahlreich. Um eine steuerliche Anerkennung zu gewährleisten und eine ungewollte Schenkung zu vermeiden, ist eine sorgfältige Planung unerlässlich. Eine umfassende rechtliche und steuerliche Beratung durch Experten wie Pandotax ist hierbei von zentraler Bedeutung. Ohne fachkundige Begleitung laufen Sie Gefahr, dass das vermeintlich günstige Darlehen zu einer erheblichen steuerlichen Belastung wird.
Absicherung bei möglicher Trennung
Die Lebensplanung kann sich ändern, und eine Trennung ist ein Szenario, das auch bei engsten Familienmitgliedern nicht ausgeschlossen werden kann. Gerade bei gemeinsamen Immobilienprojekten ist es ratsam, frühzeitig Regelungen für den Fall einer Trennung zu treffen. Dies schützt alle Beteiligten und beugt langwierigen und kostspieligen Auseinandersetzungen vor. Eine klare Vereinbarung, die beispielsweise die Rückzahlung von geleisteten Beiträgen oder die Aufteilung von Vermögenswerten regelt, kann hier Abhilfe schaffen.
Klärung der Eigentumsverhältnisse am Gebäude
Ein häufiger Irrtum bei Familiendarlehen im Immobilienkontext betrifft die Eigentumsverhältnisse. Grundsätzlich gilt: Das Gebäude wird in der Regel wesentlicher Bestandteil des Grundstücks und gehört somit dem Grundstückseigentümer (§ 94 BGB). Wenn also das Grundstück bereits einer Person gehört, wird diese auch Eigentümer des darauf errichteten Gebäudes, unabhängig davon, wer die Baukosten getragen hat. Um dies zu vermeiden und eine gemeinsame Eigentümerschaft am Gebäude zu ermöglichen, sind klare vertragliche Regelungen notwendig. Dies kann beispielsweise durch eine gemeinsame Grundstücksübereignung oder eine separate Vereinbarung über das Erbbaurecht erfolgen. Ohne eine solche Klärung kann es zu unerwarteten rechtlichen und steuerlichen Konsequenzen kommen, die einer verdeckten Schenkung durch Privatdarlehen ähneln.
Checkliste Darlehen mit Angehörigen:
- Schriftlicher Darlehensvertrag: Ein mündlicher Vertrag ist rechtlich unsicher und birgt hohe Risiken. Halten Sie alle Konditionen schriftlich fest.
- Marktüblicher Zinssatz: Ein zu niedriger oder gar kein Zins kann als verdeckte Schenkung gewertet werden. Achten Sie auf einen marktüblichen Zinssatz.
- Tilgungsplan: Ein klarer Tilgungsplan schafft Transparenz und erleichtert die Dokumentation der Zahlungsflüsse.
- Sicherheiten bei Angehörigendarlehen: Überlegen Sie, welche Sicherheiten gestellt werden können, insbesondere wenn parallel ein Bankkredit aufgenommen wird.
- Dokumentation Zahlungsflüsse: Bewahren Sie alle Belege über Zins- und Tilgungszahlungen sorgfältig auf, um die Transaktionen nachvollziehbar zu machen.
Abgrenzung zu anderen steuerlichen Sachverhalten
Spekulationsgewinne bei Fremdwährungskrediten
Bei der Finanzierung einer Immobilie mittels eines Fremdwährungskredits können sich unerwartete steuerliche Effekte ergeben. Schwankungen im Wechselkurs können dazu führen, dass die Rückzahlung des Kredits in Euro mehr kostet als ursprünglich geplant. Diese Differenz kann unter Umständen als steuerpflichtiger Spekulationsgewinn gewertet werden, insbesondere wenn der Kredit nicht primär zur Finanzierung des eigenen Wohnraums, sondern auch zu anderen Zwecken diente oder wenn die Haltedauer des Objekts kurz war. Es ist wichtig, die genauen steuerlichen Regelungen hierzu zu prüfen, da die Auslegung durch die Finanzverwaltung komplex sein kann. Die steuerliche Behandlung von Währungsgewinnen und -verlusten hängt stark von der individuellen Situation und der Art des Kredits ab.
Risiken bei Betriebsprüfungen und nicht nachvollziehbaren Vermögenszuwächsen
Familiendarlehen, die nicht klar dokumentiert sind oder deren Rückzahlung nicht nachvollziehbar erfolgt, können bei einer Betriebsprüfung zu Problemen führen. Wenn das Finanzamt nicht erkennt, dass es sich um ein echtes Darlehen handelt, sondern um eine verdeckte Schenkung oder eine andere Form der Vermögensverschiebung, können Steuernachzahlungen die Folge sein. Dies gilt insbesondere, wenn solche Transaktionen im Zusammenhang mit einem Unternehmen stehen. Nicht nachvollziehbare Vermögenszuwächse, die nicht durch Einkünfte oder Schenkungen im Rahmen der Freibeträge erklärt werden können, ziehen schnell die Aufmerksamkeit des Finanzamts auf sich. Die Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer Freibeträge sind zwar hoch, aber bei Überschreitung oder fehlender Dokumentation drohen Nachzahlungen und Zinsen.
Verzinsung von Steuernachzahlungen und -gutschriften
Sollte das Finanzamt ein Familiendarlehen als Schenkung einstufen und die entsprechenden Steuern nacherheben, fallen darauf Zinsen an. Diese Zinsen sind nicht nur eine finanzielle Belastung, sondern erhöhen auch die Gesamtkosten der Transaktion erheblich. Umgekehrt können auch bei einer Gutschrift Zinsen anfallen, was jedoch seltener vorkommt. Die genauen Zinssätze und Zeiträume sind in der Abgabenordnung geregelt. Eine sorgfältige Dokumentation und die Einhaltung der steuerlichen Vorschriften sind daher unerlässlich, um unnötige Kosten zu vermeiden. Es empfiehlt sich, alle relevanten Unterlagen, wie Darlehensverträge und Zahlungsnachweise, gut aufzubewahren.
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Fazit: Klare Verhältnisse schaffen, bevor es zu spät ist
Beim Thema Familiendarlehen, besonders wenn es um größere Anschaffungen wie Immobilien geht, ist es wirklich wichtig, dass man alles von Anfang an klar regelt. Manchmal denkt man, man macht es gut, indem man schnell eine Vereinbarung trifft, aber das kann nach hinten losgehen. Wenn dann doch mal was schiefgeht, zum Beispiel bei einer Trennung, wird es schnell kompliziert und teuer. Es ist besser, sich frühzeitig professionelle Hilfe zu holen, sei es von einem Notar oder einem Steuerberater. So vermeidet man, dass aus einem gut gemeinten Darlehen am Ende eine ungewollte Schenkung oder ein steuerlicher Albtraum wird. Klären Sie alle Punkte, bevor Sie den Vertrag unterschreiben, damit alle Beteiligten auf der sicheren Seite sind.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist ein Familiendarlehen beim Hausbau?
Ein Familiendarlehen ist Geld, das du dir von deiner Familie leihst, um ein Haus zu bauen oder zu kaufen. Das kann eine gute Idee sein, um die Bank nicht komplett belasten zu müssen. Aber Achtung: Es muss alles gut aufgeschrieben werden, damit es keine Probleme mit dem Finanzamt gibt. Sonst könnte es sein, dass das Geld als Schenkung gilt und du Steuern zahlen musst.
Warum ist ein schriftlicher Vertrag für Familiendarlehen wichtig?
Ein schriftlicher Vertrag ist super wichtig, damit jeder weiß, wer wem wie viel Geld leiht und wann es zurückgezahlt werden muss. Das Finanzamt schaut genau hin, ob das wirklich ein echtes Darlehen ist oder ob es sich vielleicht um eine versteckte Schenkung handelt. Ohne Vertrag kann es schnell zu Missverständnissen kommen, und das kann teuer werden.
Was passiert, wenn ich das Haus mit meiner Freundin baue, aber das Grundstück nur mir gehört?
Wenn das Grundstück nur dir gehört, gehört dir rechtlich gesehen auch das Haus, das darauf gebaut wird. Deine Freundin hat dann keinen direkten Anspruch auf das Haus, auch wenn sie Geld für den Bau gegeben hat. Deshalb ist es wichtig, vorher genau zu regeln, wie das Geld zurückgezahlt wird, falls ihr euch trennt. Sonst könnte sie leer ausgehen.
Kann ich meiner Freundin das Grundstück schenken, bevor wir heiraten?
Ja, das ist möglich. Aber Achtung: Wenn du deiner Freundin das Grundstück schenkst, kann Schenkungssteuer anfallen, wenn der Wert über einem bestimmten Freibetrag liegt. Für unverheiratete Partner sind die Freibeträge oft niedriger als für Ehepaare. Es ist ratsam, sich vorher genau zu informieren, wie hoch die Steuern sind.
Was sind die Risiken, wenn ich ein Darlehen von meinen Eltern bekomme?
Wenn du Geld von deinen Eltern als Darlehen bekommst, muss das Finanzamt wissen, dass es wirklich zurückgezahlt wird. Wenn die Zinsen zu niedrig sind oder die Rückzahlung nicht klar geregelt ist, könnte das Finanzamt sagen: Das ist eigentlich eine Schenkung! Dann müsstest du Schenkungssteuer zahlen. Also: Alles gut aufschreiben und die üblichen Regeln für Darlehen beachten.
Wann wird ein Familiendarlehen zur Schenkung?
Ein Familiendarlehen wird dann zur Schenkung, wenn es nicht wie ein richtiges Darlehen behandelt wird. Das passiert zum Beispiel, wenn die Zinsen viel zu niedrig sind, die Rückzahlung nicht fest vereinbart ist oder wenn es gar keinen schriftlichen Vertrag gibt. Das Finanzamt prüft genau, ob die Bedingungen denen ähneln, die auch eine Bank stellen würde. Wenn nicht, kann es die Schenkungssteuer verlangen.







