Das Jahr 2025 und die darauffolgende Zeit bringen einige wichtige Änderungen für den deutschen E-Commerce mit sich. Neue Gesetze und Verordnungen auf EU-Ebene, aber auch nationale Anpassungen, werden die Art und Weise, wie Online-Händler agieren, maßgeblich beeinflussen. Von der Rechnungsstellung über Sorgfaltspflichten bis hin zur Plattformregulierung – es gibt viel zu beachten, um auch zukünftig rechtlich auf der sicheren Seite zu sein und Abmahnungen zu vermeiden. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die wichtigsten regulatorischen Pflichten im E‑Commerce in Deutschland bis 2026.
Inhaltsverzeichnis
Die wichtigsten Punkte vorab:
- Ab 2025 wird die E-Rechnung im B2B-Bereich in Deutschland verpflichtend, was Anpassungen bei der Rechnungsstellung und Aufbewahrung notwendig macht.
- Neue EU-Verordnungen wie der Digital Services Act (DSA) und der Digital Markets Act (DMA) verschärfen die Regulierung von Online-Plattformen und bringen neue Sorgfaltspflichten für Händler mit sich.
- Das European Digital Identity Wallet und das Wachstumschancengesetz bringen Veränderungen bei Identifizierungsprozessen und der Rechnungsstellung.
- Verbraucherschutz und Streitbeilegung erfahren Anpassungen, insbesondere durch den Wegfall der OS-Streitbeilegungsplattform und neue Hinweispflichten.
- Zukünftige Compliance-Anforderungen werden durch KI-Regulierung (EU AI Act), erweiterte ESG-Pflichten und die Notwendigkeit entwaldungsfreier Lieferketten beeinflusst.
Neue regulatorische Rahmenbedingungen im E-Commerce bis 2026
Das Jahr 2026 markiert einen Wendepunkt für den deutschen E-Commerce, geprägt durch eine Welle neuer und angepasster regulatorischer Vorgaben. Diese Entwicklungen zielen darauf ab, den digitalen Binnenmarkt zu stärken, die Marktüberwachung zu verbessern und faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Für Online-Händler bedeutet dies eine intensive Auseinandersetzung mit den sich wandelnden Compliance Anforderungen E‑Commerce 2026. Pandotax unterstützt Sie dabei, diese Herausforderungen proaktiv zu meistern und Risikominimierung bei Betriebsprüfungen E‑Commerce zu gewährleisten.
Auswirkungen des Digital Services Act und Digital Markets Act
Der Digital Services Act (DSA) und der Digital Markets Act (DMA) sind zentrale Säulen der neuen Regulierung. Seit 2024 stehen besonders große Online-Plattformen und Suchmaschinen unter direkter Aufsicht der EU-Kommission. Dies hat bereits zu ersten Untersuchungen bezüglich Empfehlungsalgorithmen, Werbeformaten und dem Umgang mit illegalen Inhalten geführt. Bis 2026 werden voraussichtlich erste Sanktionen und Gerichtsverfahren im Rahmen des DSA erwartet. Händler, die auf Marktplätzen agieren, müssen sich auf strengere Regeln und eine erhöhte Transparenz einstellen. Die Auslegung zentraler Begriffe des DMA durch Gerichte wird ebenfalls die Landschaft der Plattformregulierung prägen.
Die Rolle des European Digital Identity Wallet
Mit eIDAS 2.0 wurde 2024 die Grundlage für das European Digital Identity Wallet geschaffen, das bis 2026 von allen EU-Mitgliedsstaaten angeboten werden soll. Dieses Wallet ermöglicht es Bürgern, digitale Identitäten und Dokumente sicher zu verwalten. Für Unternehmen eröffnet dies neue Möglichkeiten für Registrierungs- und Login-Prozesse, wirft aber auch neue Compliance-Fragen auf, insbesondere im Hinblick auf den Umgang mit Attributzertifikaten und Haftungsfragen. Die Integration dieser neuen Identitätsinfrastruktur wird die Art und Weise, wie Online-Händler mit Kunden interagieren, verändern.
Anpassungen durch das Wachstumschancengesetz
Das Wachstumschancengesetz bringt ebenfalls signifikante Anpassungen mit sich, die den E-Commerce betreffen. Während die genauen Auswirkungen noch im Detail zu klären sind, ist absehbar, dass sich Änderungen bei der Rechnungsstellung und Aufbewahrungspflichten ergeben werden. Insbesondere die Einführung der E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich ab 2025 und die Anpassung der Aufbewahrungsfristen für Geschäftsunterlagen erfordern eine sorgfältige Vorbereitung. Händler sollten sich frühzeitig mit den neuen Rechnungsformaten und den Konsequenzen für ihre Buchhaltung auseinandersetzen. Dies ist auch im Hinblick auf die Zoll und Einfuhrumsatzsteuer E‑Commerce relevant, da eine korrekte Rechnungsstellung die Grundlage für eine reibungslose Abwicklung bildet. Die E-Commerce Steuerberatung Deutschland von Pandotax hilft Ihnen, diese komplexen Anforderungen zu verstehen und umzusetzen.
Veränderungen bei Rechnungsstellung und Aufbewahrungspflichten
Das Jahr 2025 markiert einen Wendepunkt für die Rechnungsstellung und die damit verbundenen Aufbewahrungspflichten im deutschen E-Commerce. Insbesondere die Einführung der E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich und angepasste Aufbewahrungsfristen erfordern eine genaue Betrachtung.
Einführung der E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich
Ab dem 1. Januar 2025 müssen Unternehmen im Geschäftskundenverkehr (B2B) elektronische Rechnungen ausstellen. Dies bedeutet, dass Rechnungen in einem strukturierten Format vorliegen müssen, das eine automatische maschinelle Verarbeitung ermöglicht. Formate wie die XRechnung oder ZUGFeRD (ab Version 2.0.1) sind hierfür vorgesehen. Wichtig ist, dass einfache PDF-Rechnungen, die per E-Mail versendet werden, ab diesem Datum nicht mehr als elektronische Rechnungen gelten und somit die neuen Vorschriften nicht erfüllen. Sie werden als „sonstige Rechnungen“ eingestuft.
Es gibt Übergangsregelungen, die gestaffelt bis Ende 2027 gelten. Große Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz von über 800.000 Euro müssen sich schneller anpassen als kleinere Betriebe. Unabhängig von diesen Übergangsfristen besteht jedoch ab dem 1. Januar 2025 die Pflicht, elektronische Rechnungen empfangen und verarbeiten zu können. Dies gilt auch für Unternehmen, die primär an Endverbraucher verkaufen, wenn sie selbst Lieferantenrechnungen erhalten.
Anpassung der Aufbewahrungsfristen für Geschäftsunterlagen
Eine weitere bedeutende Änderung betrifft die Aufbewahrungsfristen. Geschäftliche Dokumente und Buchungsbelege, wie beispielsweise Rechnungskopien, Kontoauszüge oder Lohn- und Gehaltslisten, müssen künftig nicht mehr zehn, sondern nur noch acht Jahre lang aufbewahrt werden. Diese Verkürzung der Frist kann zu einer Entlastung bei der Archivierung führen, erfordert aber dennoch eine sorgfältige Organisation der Unterlagen, um die Einhaltung der neuen Fristen zu gewährleisten. Die Pandotax Steuerberatung unterstützt Sie gerne bei der Einrichtung effizienter Archivierungssysteme.
Konsequenzen für die Rechnungsformate ab 2025
Die Umstellung auf die E-Rechnungspflicht hat direkte Konsequenzen für die verwendeten Rechnungsformate. Händler, die bisher auf einfache PDF-Dokumente gesetzt haben, müssen ihre Systeme anpassen. Die Akzeptanz und Verarbeitung von strukturierten Datenformaten wird zur Norm. Dies erfordert möglicherweise Investitionen in neue Software oder Anpassungen bestehender Buchhaltungssysteme. Die Vorbereitung auf diese Umstellung sollte frühzeitig erfolgen, um Compliance-Risiken zu vermeiden und den Geschäftsbetrieb reibungslos fortzuführen.
Erweiterte Sorgfaltspflichten für Online-Händler
Die regulatorische Landschaft für Online-Händler in Deutschland und der EU wird zunehmend komplexer. Neben den bereits bekannten Pflichten aus dem Digital Services Act und dem Digital Markets Act, die vor allem Plattformen betreffen, sehen sich Händler mit einer Reihe neuer Sorgfaltspflichten konfrontiert. Diese Änderungen zielen darauf ab, fairen Wettbewerb zu gewährleisten, Verbraucherrechte zu stärken und die Nachhaltigkeit zu fördern. Online-Händler müssen sich proaktiv mit diesen Entwicklungen auseinandersetzen, um rechtliche Risiken wie Abmahnungen zu vermeiden.
Pflichten im Umgang mit Biozidprodukten
Der Verkauf von Biozidprodukten unterliegt strengen Vorschriften, die auch Online-Händler betreffen. Dies beinhaltet die korrekte Kennzeichnung, die Einhaltung von Zulassungspflichten und die Bereitstellung von Sicherheitsdatenblättern. Die Nichteinhaltung kann nicht nur zu Bußgeldern führen, sondern auch die Gesundheit von Verbrauchern gefährden. Eine genaue Prüfung der Produkte und deren Zulassungsstatus ist unerlässlich.
Nachweispflichten für entwaldungsfreie Lieferketten
Mit dem Gesetz zur Umsetzung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) müssen Händler, die bestimmte Produkte wie Holz, Kaffee, Kakao oder Soja importieren oder in Verkehr bringen, nachweisen, dass diese entwaldungsfrei und gemäß den Gesetzen des Ursprungslandes produziert wurden. Dies erfordert eine lückenlose Dokumentation der Lieferketten und eine sorgfältige Due-Diligence-Prüfung. Die Einführung eines ‚Digital Product Pass‘ könnte zukünftig eine zentrale Rolle bei der Nachverfolgung spielen.
Datenschutzrechtliche Entwicklungen und Massenverfahren
Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) wird weiterhin konsequent angewendet, und es ist mit einer Verschärfung der Kontrollen im E-Commerce zu rechnen. Insbesondere im Hinblick auf die Erhebung und Verarbeitung personenbezogener Daten von Kunden. Die Zunahme von Massenverfahren und Abmahnungen wegen Datenschutzverstößen unterstreicht die Notwendigkeit einer robusten Compliance. Eine regelmäßige Überprüfung der Datenschutzrichtlinien und -praktiken ist daher unerlässlich. Dies schließt auch die korrekte Handhabung von Kundeninformationen im Rahmen von Marketingaktivitäten und die Vorbereitung auf mögliche Anfragen von Aufsichtsbehörden ein. Die Einhaltung der Verpackungsgesetz Pflichten für Onlinehändler bleibt ebenfalls ein wichtiger Punkt.
Plattformregulierung und ihre Konsequenzen für Marktplätze
Die Plattformregulierung, insbesondere durch den Digital Services Act (DSA) und den Digital Markets Act (DMA), erreicht 2026 eine neue Stufe der praktischen Anwendung. Für Online-Marktplätze bedeutet dies eine Verschärfung der Pflichten und eine erhöhte Aufsicht. Besonders große Plattformen und Suchmaschinen stehen seit 2024 unter direkter Beobachtung der EU-Kommission. Diese hat bereits erste Untersuchungen zu Empfehlungsalgorithmen, Werbeformaten und dem Umgang mit illegalen Inhalten eingeleitet. Die Erwartung von Sanktionen und Gerichtsverfahren im Rahmen des DSA wird für Marktplätze zu einem zentralen Compliance-Thema.
Erwartete Sanktionen und Gerichtsverfahren im Rahmen des DSA
Der DSA zielt darauf ab, illegale Inhalte und Produkte im Internet effektiver zu bekämpfen. Für Marktplätze ergeben sich daraus konkrete Verpflichtungen:
- Schnellere Entfernung illegaler Inhalte: Plattformen müssen Mechanismen implementieren, um Meldungen über illegale Inhalte zügig zu bearbeiten und diese zu entfernen. Dies erfordert oft eine Anpassung der internen Prozesse und eine klare Zuständigkeit.
- Transparenzpflichten: Betreiber von Online-Marktplätzen müssen transparenter über ihre Moderationspraktiken, Werbeanzeigen und die Algorithmen, die Inhalte vorschlagen, informieren.
- Sorgfaltspflichten: Es werden erweiterte Sorgfaltspflichten eingeführt, die sich auf die Überprüfung von Verkäufern und angebotenen Produkten beziehen können. Dies betrifft insbesondere die Marktplatz Haftung und Sperrung von Anbietern, die wiederholt gegen Regeln verstoßen.
Die Nichteinhaltung dieser Pflichten kann zu erheblichen Bußgeldern führen, die sich am weltweiten Jahresumsatz des Unternehmens orientieren können. Gerichtsverfahren, die sich aus Verstößen gegen den DSA ergeben, sind daher wahrscheinlich und erfordern eine proaktive Rechtsberatung.
Auslegung zentraler Begriffe des DMA durch Gerichte
Der Digital Markets Act (DMA) konzentriert sich auf die Regulierung von „Gatekeepern“, also sehr großen Online-Plattformen, die eine zentrale Rolle im digitalen Ökosystem spielen. Für Marktplätze, die unter diese Definition fallen, sind die Auswirkungen tiefgreifend:
- Interoperabilität: Gatekeeper müssen ihre Dienste für Dritte zugänglicher machen. Dies kann bedeuten, dass Marktplätze Schnittstellen für andere Dienste öffnen müssen.
- Verbot von Selbstpräferenz: Gatekeeper dürfen ihre eigenen Dienste nicht gegenüber denen von Drittanbietern auf ihrer Plattform bevorzugen. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Platzierung von Angeboten und die Sichtbarkeit von Drittanbietern.
- Datenzugang: Der DMA regelt den Zugang zu Daten, die von Nutzern generiert werden. Gatekeeper müssen Nutzern und auch anderen Unternehmen, die ihre Dienste nutzen, mehr Kontrolle über ihre Daten geben.
Die genaue Auslegung zentraler Begriffe wie „Gatekeeper“, „Kernplattformdienste“ und „unfaire Handelspraktiken“ durch die Gerichte wird entscheidend dafür sein, wie diese Vorschriften in der Praxis umgesetzt werden müssen. Unternehmen sollten die laufenden Gerichtsverfahren und die Entscheidungen der Regulierungsbehörden genau beobachten.
Forschungsdatenzugang und erweiterte Rechte für Wissenschaftler
Eine weitere Neuerung, die 2026 relevant wird, betrifft den Forschungsdatenzugang. Ende 2025 tritt eine delegierte Verordnung in Kraft, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erweiterte Rechte zur Datennutzung gegenüber sehr großen Plattformen einräumt. Dies bedeutet, dass Marktplätze, die als solche eingestuft werden, unter bestimmten Bedingungen den Zugang zu ihren Daten für Forschungszwecke gewähren müssen. Dies kann neue Herausforderungen im Hinblick auf Datenschutz und Datensicherheit mit sich bringen, erfordert aber auch die Bereitschaft zur Kooperation mit der wissenschaftlichen Gemeinschaft.
Anpassungen im Verbraucherschutz und der Streitbeilegung
Die regulatorischen Änderungen bis 2026 bringen auch im Bereich des Verbraucherschutzes und der Streitbeilegung einige wichtige Neuerungen mit sich, die Online-Händler kennen und beachten müssen. Ziel ist es, Verbrauchern mehr Sicherheit und einfachere Wege zur Konfliktlösung zu bieten.
Entfall der OS-Streitbeilegungsplattform der EU-Kommission
Eine bedeutende Änderung betrifft die Online-Streitbeilegungsplattform (OS-Plattform) der EU-Kommission. Ab dem 20. Juli 2025 wird diese Plattform eingestellt. Das bedeutet, dass der bisherige Pflichtlink zur OS-Plattform in Impressum oder AGB entfernt werden muss. Händler, die diesen Link bisher dort platziert haben, um Abmahnungen zu vermeiden, müssen nun aktiv werden und den Link entfernen, um keine neuen rechtlichen Probleme zu riskieren. Dies vereinfacht zwar die Website-Pflege, ändert aber nichts an den grundsätzlichen Pflichten zur Streitbeilegung.
Hinweispflichten zur Bereitschaft der Streitbeilegung
Unabhängig vom Wegfall der OS-Plattform bleiben die Hinweispflichten bezüglich der alternativen Streitbeilegung (ADR-Richtlinie) bestehen. Unternehmen, die am 31. Dezember des Vorjahres mehr als zehn Mitarbeiter beschäftigt haben, sind weiterhin verpflichtet, Verbraucher darüber zu informieren, ob sie bereit sind, an Streitbeilegungsverfahren vor einer anerkannten Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen. Dies gilt auch, wenn keine Bereitschaft besteht. Die Information muss leicht zugänglich sein, beispielsweise im Impressum oder den AGB. Bei Bereitschaft zur Teilnahme muss zusätzlich auf die zuständige Stelle, wie die Universalschlichtungsstelle des Bundes, mit Anschrift und Webseite hingewiesen werden.
- Informationspflicht: Teilen Sie mit, ob Sie an Streitbeilegungsverfahren teilnehmen.
- Zuständige Stelle: Nennen Sie die Universalschlichtungsstelle des Bundes (Zentrum für Schlichtung e.V., Straßburger Straße 8, 77694 Kehl am Rhein, www.verbraucher-schlichter.de), falls Sie teilnehmen.
- Platzierung: Die Information muss für Verbraucher leicht auffindbar sein.
Geoblocking-Verordnung und Liefergebietsgestaltung
Die Geoblocking-Verordnung zielt darauf ab, Diskriminierung aufgrund der Staatsangehörigkeit, des Wohnsitzes oder des Ortes der Niederlassung innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums zu verhindern. Für Online-Händler bedeutet dies, dass sie Kunden aus anderen EU-Ländern nicht ohne triftigen Grund vom Kauf ausschließen oder ihnen ungleiche Konditionen anbieten dürfen. Allerdings sind Händler nicht verpflichtet, in alle EU-Länder zu liefern. Sie können ihre Liefergebiete weiterhin selbst festlegen und beispielsweise den Versand auf Deutschland beschränken. Kunden, die dennoch eine Lieferung in ein anderes Land wünschen, können die Ware an eine Adresse im Liefergebiet schicken lassen und den Weitertransport selbst organisieren. Auch unterschiedliche Versandkosten für verschiedene Länder sind weiterhin zulässig, solange sie nachvollziehbar sind. Die Einhaltung der Geoblocking-Verordnung ist wichtig, um Bußgelder zu vermeiden. Die Kennzeichnung von Produkten, wie z.B. PET Flaschen mit 25 Prozent Rezyklat, muss zudem transparent und wahrheitsgemäß erfolgen, um Verbraucher nicht irrezuführen.
Zukünftige Compliance-Anforderungen durch KI und ESG
Das Jahr 2026 markiert einen Wendepunkt für E-Commerce-Unternehmen, insbesondere im Hinblick auf die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) und die Berücksichtigung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG). Diese Entwicklungen bringen neue regulatorische Pflichten mit sich, die eine proaktive Anpassung erfordern.
Auswirkungen des EU AI Acts auf digitale Geschäftsmodelle
Der EU AI Act, der schrittweise in Kraft tritt, wird den Einsatz von KI-Systemen neu regeln. Insbesondere Hochrisiko-KI-Systeme unterliegen strengen Anforderungen. Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre KI-Anwendungen transparent sind, regelmäßig getestet werden und menschliche Aufsicht gewährleisten. Dies betrifft auch die Datenverarbeitung und die Vermeidung von Diskriminierung durch Algorithmen. Die Einhaltung dieser Vorschriften wird ab August 2026 für viele Unternehmen verpflichtend.
- Erfassung aller eingesetzten KI-Systeme.
- Bewertung der Risiken, die von KI-Systemen ausgehen.
- Festlegung klarer Verantwortlichkeiten für Entwicklung, Einkauf und Betrieb.
- Dokumentation und regelmäßige Überprüfung von KI-Systemen, insbesondere bei Hochrisikoanwendungen.
Erweiterte ESG- und Datenschutzpflichten
Neben der KI-Regulierung gewinnen ESG-Kriterien an Bedeutung. Dies umfasst eine verstärkte Transparenz bezüglich der Umweltauswirkungen und sozialen Standards in der Lieferkette. Gleichzeitig werden die Datenschutzpflichten, insbesondere im Hinblick auf die Daten- und Tracking-Compliance im Shop, weiter verschärft. Die Notwendigkeit, die Wirksamkeit von Compliance-Maßnahmen nachzuweisen, rückt stärker in den Fokus, anstatt nur die Durchführung von Maßnahmen zu dokumentieren.
Lieferkettentransparenz und Anti-Fraud-Maßnahmen
Die Anforderungen an die Lieferkettentransparenz werden durch neue Gesetze wie das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) und die EU-Richtlinie Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) weiter ausgebaut. Unternehmen müssen nachweisen, dass ihre Lieferketten frei von bestimmten Risiken sind. Dies erfordert eine genaue Kenntnis der gesamten Lieferkette und die Implementierung von Kontrollmechanismen. Auch die Maßnahmen zur Betrugsprävention (Anti-Fraud) werden intensiviert, was eine sorgfältige Überprüfung von Transaktionen und Geschäftspartnern einschließt. Dies hat auch Auswirkungen auf die Auswahl und Überwachung von Fulfillment Dienstleistern, die Compliance-Anforderungen erfüllen müssen.
Die Zukunft bringt neue Regeln für Firmen, besonders durch künstliche Intelligenz (KI) und Nachhaltigkeit (ESG). Diese neuen Gesetze können kompliziert sein, aber wir helfen Ihnen, sie zu verstehen und richtig umzusetzen. So stellen Sie sicher, dass Ihr Unternehmen gut vorbereitet ist und alle Vorschriften einhält. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie wir Sie unterstützen können, besuchen Sie unsere Website.
Fazit: Ein Ausblick auf die regulatorischen Anforderungen bis 2026
Die kommenden Jahre bis 2026 bringen für den deutschen E-Commerce eine Welle neuer und angepasster Vorschriften mit sich. Von der E-Rechnungspflicht über die eIDAS-Reform bis hin zu den Auswirkungen von DSA und DMA – die regulatorische Landschaft wird komplexer. Unternehmen müssen sich proaktiv auf diese Änderungen einstellen, um nicht nur rechtliche Risiken wie Abmahnungen zu vermeiden, sondern auch um die Chancen zu nutzen, die sich aus einer klaren und konformen Aufstellung ergeben. Eine kontinuierliche Beobachtung der Rechtsentwicklung und eine flexible Anpassung der eigenen Prozesse sind daher unerlässlich, um auch zukünftig erfolgreich im digitalen Markt agieren zu können.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Welche neuen Regeln kommen für Online-Shops bis 2026 auf uns zu?
Bis 2026 gibt es einige wichtige neue Gesetze, die besonders für Online-Händler gelten. Dazu gehören Regeln für digitale Dienste (DSA) und digitale Märkte (DMA), die dafür sorgen sollen, dass große Online-Plattformen fairer agieren. Auch das EU Digital Identity Wallet wird wichtig, um sich online einfacher und sicherer auszuweisen. Das Wachstumschancengesetz bringt außerdem Änderungen bei Rechnungen und Aufbewahrungsfristen.
Was ändert sich bei Rechnungen für Unternehmen?
Ab 2025 müssen Unternehmen in Deutschland Rechnungen elektronisch im B2B-Bereich (also zwischen Firmen) verschicken. Das bedeutet, dass einfache PDF-Rechnungen per E-Mail nicht mehr ausreichen. Es braucht spezielle Formate, die Computer gut lesen können. Auch die Fristen, wie lange man Geschäftsunterlagen aufheben muss, ändern sich: Statt zehn Jahre sind es jetzt nur noch acht Jahre.
Welche neuen Pflichten gibt es beim Verkauf bestimmter Produkte?
Online-Händler müssen ab 2025 bei bestimmten Produkten wie Biozidprodukten (z.B. Insektizide) aufpassen. Man darf sie nur an Leute verkaufen, die dafür berechtigt sind, und manchmal braucht es sogar ein Beratungsgespräch. Außerdem gibt es neue Regeln für Produkte, die aus Gebieten stammen, in denen viel Wald abgeholzt wurde. Händler müssen dann beweisen, dass ihre Produkte nicht dazu beigetragen haben.
Was bedeutet die neue Plattform-Regulierung für Marktplätze wie Amazon oder eBay?
Große Online-Plattformen müssen sich an strengere Regeln halten, die durch den Digital Services Act (DSA) und den Digital Markets Act (DMA) kommen. Das betrifft zum Beispiel, wie sie Inhalte moderieren, wie ihre Werbung funktioniert und wie sie mit anderen Händlern auf ihrer Plattform umgehen. Bei Verstößen drohen hohe Strafen. Gerichte werden bald entscheiden müssen, wie diese Regeln genau ausgelegt werden.
Ändert sich etwas bei der Streitbeilegung für Online-Käufer?
Ja, die Online-Streitbeilegungsplattform der EU-Kommission wird ab dem 20. Juli 2025 abgeschaltet. Online-Händler müssen ihre Kunden aber weiterhin darüber informieren, ob und wie sie bereit sind, Streitigkeiten mit ihnen zu lösen. Außerdem gibt es weiterhin Regeln zur Geoblocking-Verordnung, die regelt, dass Händler nicht einfach Kunden aus anderen EU-Ländern benachteiligen dürfen, aber sie müssen nicht in jedes Land liefern.
Welche Rolle spielen künstliche Intelligenz (KI) und Nachhaltigkeit (ESG) für Online-Händler?
KI-Regeln, die voraussichtlich ab August 2026 gelten, werden digitale Geschäftsmodelle beeinflussen. Auch Themen wie Nachhaltigkeit (ESG) und Transparenz in Lieferketten werden wichtiger. Händler müssen sich auf mehr Regeln einstellen, um Bußgelder und schlechten Ruf zu vermeiden. Das betrifft auch den Datenschutz und Maßnahmen gegen Betrug.






