Deutsche Amazon-Händler sehen sich unerwarteten Steuerforderungen aus Italien gegenüber, die bis zu 20.000 Euro betragen können. Diese Mahnungen, die oft Jahre zurückreichen, betreffen Händler, die Amazons Fulfillment-Programm (FBA) in Italien genutzt haben. Die Situation wirft Bedenken hinsichtlich der internationalen Steuertransparenz und der Compliance-Anforderungen für Online-Händler auf.
Unerwartete Steuerforderungen für Amazon-Händler
Zahlreiche deutsche Amazon-Händler erhalten derzeit Mahnungen vom italienischen Finanzamt, der Agenzia delle Entrate, mit Forderungen zwischen 5.000 und 20.000 Euro. Diese Forderungen beziehen sich auf nicht deklarierte oder nicht abgeführte italienische Umsatzsteuer (IVA) aus den Jahren 2015 bis 2020. Betroffen sind insbesondere Händler, die Amazons FBA-Lager in Italien, wie das in Castel San Giovanni, genutzt haben, ohne dort umsatzsteuerlich registriert gewesen zu sein.Automatisierte Prüfung und weitreichende Folgen
Die italienischen Behörden nutzen ein automatisiertes Verfahren, um länderübergreifende Steuerrisiken im Zusammenhang mit Amazons internationalem Logistiknetzwerk (FBA) zu prüfen. Die Grundlage für diese Prüfungen bilden Daten von Plattformen, OSS-Meldungen und Informationen zu Lagerbewegungen. Auch Händler, die bereits in Italien registriert waren und regelmäßig ihre Umsatzsteuererklärungen abgegeben haben, erhalten Mahnungen.Was betroffene Händler tun sollten
- Frist beachten: Die Mahnungen setzen in der Regel eine Frist von 60 Tagen zur Zahlung oder zum Einspruch. Ein Ignorieren der Forderungen kann zur Vollstreckung führen.
- Steuerlichen Rat einholen: Es ist dringend empfohlen, steuerlichen Rat von Experten einzuholen, um die Rechtmäßigkeit der Forderungen prüfen zu lassen.
Ist dies nur der Anfang?
Experten wie Taxdoo warnen, dass die aktuellen Forderungen aus Italien nur der Beginn einer neuen Phase der europäischen Steuertransparenz sein könnten. Italien ist demnach eines der ersten Länder, das systematisch Datenlücken auswertet. Es wird erwartet, dass weitere europäische Staaten wie Spanien oder Frankreich diesem Beispiel folgen könnten, was eine erhöhte Notwendigkeit für Online-Händler bedeutet, ihre internationale Steuerkonformität genau zu prüfen und sicherzustellen.Quellen
- Steuer-Forderungen: Amazon-Händler erhalten Mahnungen von bis zu 20.000 Euro, Onlinehändler-News.






